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Dez 2019

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KOMMUNIKATIONSTRENDS | Das Jahr 2020...

… steht bereits in den Startlöchern und verspricht allein aufgrund der bereits feststehenden Rahmendaten neue kommunikative Herausforderungen und Chancen. Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele in Tokio eröffnen Möglichkeiten für kreative Aktionen. Und die Präsidentschaftswahlen in den USA werden uns sicher wieder spannende Erkenntnisse über den Wahlkampf von Morgen bringen.
Welche Trends uns ansonsten in der Kommunikationsbranche erwarten, haben wir mal in einer Fünf-Punkte-Liste zusammengefasst – spekulativ und subjektiv, aber hoffentlich stets informativ!

1)     Influencer Relations: Eine Disziplin, die nun langsam auch der letzte Marketingchef mal ernstnehmen sollte. Und die sich aus unserer Sicht zumindest für die nächsten Jahre einen Stammplatz neben den etablierten Medien sichern wird. Laut Postbank-Studie haben 53 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren in den vergangenen sechs Monaten aufgrund von Influencer-Werbung ein bestimmtes Produkt gekauft. Und die Branche professionalisiert sich zunehmend: So hat der Bundesverband Influencer Marketing e. V. (gibt es wirklich!) just im Dezember einen Ethikkodex veröffentlicht. Es ist also höchste Zeit, dass man Influencer-Kooperationen im Kommunikationsmix berücksichtigt, und zwar nicht in Form einer kurzfristigen Marketingaktion, sondern durch einen mittel- bis langfristigen Beziehungsaufbau mit klarer Strategie – Tipp: Der Trend geht zu Micro-Influencern, deren Reichweite vielleicht klein, aber oho ist!

2)    Employer Branding: Zwar lahmt die Konjunktur in Deutschland gerade aus vielerlei Gründen, aber besonders der Fachkräftemangel bremst die deutsche Wirtschaft und treibt den Personalchefs dicke Sorgenfalten auf die Stirn. Deswegen muss es in der Kommunikation 2020 unbedingt auch darum gehen, die eigene Arbeitgebermarke zu schärfen und zu stärken. Hier gilt es, neue Wege zu gehen – denn alleine mit der Aussicht auf familienfreundliche Arbeitszeiten und spannende Aufgaben holt man kein Nachwuchstalent mehr hinter dem Ofen hervor. Zeigen Sie, was Ihr Unternehmen als Arbeitgeber einzigartig macht, bieten Sie über die verschiedenen Kommunikationskanäle echte Einblicke in den Firmenalltag, individualisieren Sie Ihre Bewerberansprache. Recruiting ist mehr als eine Stellenanzeige – fangen Sie am besten morgen schon an!

3)    Corporate Purpose: Die „Meaningful Brands Studie“ der Agentur Havas hat ergeben, dass 75 Prozent der Konsumenten heutzutage erwarten, dass Marken sich aktiv an Lösungen für soziale und ökologische Probleme beteiligen und klar Position beziehen. Haltung und Purpose sind in Mode – aber bitteschön nur in Verbindung mit entsprechender Authentizität! Denn der gemeine Kunde hat sehr wohl gelernt, zwischen Buzzword und echter Überzeugung zu unterscheiden. Apropos Unterschied: Eine moralische Positionierung kann gerade in Zeiten von grassierendem Populismus und gesellschaftlichen Gräben wirklich ein Wettbewerbsvorteil sein, dieser darf aber niemals zum Zweck des Ganzen werden. Und bitte auch nicht auf jeden Zug der ethischen Themenpalette aufspringen. Heute das Klima retten wollen und morgen die Verletzung von Menschenrechten anprangern, funktioniert nicht. Weniger ist hier mehr und Planung unerlässlich.

4)   Künstliche Intelligenz: KI ist ja schon seit einiger Zeit DER Megatrend schlechthin – in der Kommunikationsbranche wartet man aber noch immer auf den großen Durchbruch. Vielleicht ist es 2020 soweit? US-Wissenschaftler haben nämlich schon im Lauf dieses Jahres eine künstliche Intelligenz erschaffen und optimiert, die Texte schreiben kann. Das Ganze kann man testen und zwar unter www.talktotransformer.com (derzeit nur auf Englisch). Das Magazin t3n hat Mitte des Jahres über ein Unternehmen berichtet, das mithilfe von KI Werbebotschaften optimiert. Nun gut, vielleicht wird uns ein solches Tool eines Tages einen Teil unserer Arbeit wegnehmen. Auf der anderen Seite bleibt uns dann mehr Zeit für neue Strategien und neue Konzepte. Denn bis das von einem System übernommen werden kann, sind wir hoffentlich schon in Rente ...

5)   Voice Content: Auf dem Gebiet des Visual Storytelling ist in der Vergangenheit ja schon viel passiert: Infografiken sind aus dem Kommunikationsportfolio nicht mehr wegzudenken, (Bewegt-)Bild-Strategen überraschen immer wieder mit innovativen Formaten. Nun kommt auch der Voice Content langsam in Fahrt, natürlich zusätzlich getrieben durch Sprachassistenten wie Alexa und Siri. Aber auch Audio-Formaten wie Podcasts wird immer noch eine große Zukunft vorhergesagt. Der Goldmedia Trendmonitor geht davon aus, dass 2020 jeder Dritte in Deutschland zumindest gelegentlich Podcasts hören wird. Das passt zum heutigen Lifestyle, auditive Inhalte in jeder Situation und während anderer Aktivitäten zu konsumieren. Nun wird es für die Corporate Communication interessant! Formate wie Podcasts sind relativ leicht zu produzieren, aber auch hier gilt die Regel: Es braucht eine Strategie und einen Plan. Nicht jedes Thema eignet sich als Audio-Projekt. Und auch diese Disziplin muss individuell an die Zielgruppe angepasst und in die Customer Journey integriert werden.

Auch 2020 wird es der Anspruch der Branche bleiben, die relevanten Stakeholder mit spannenden und neuen Inhalten zu erreichen – auf welchem Weg das passiert, muss individuell entschieden werden. Und je diversifizierter die Kanäle werden, umso wichtiger ist es bei der Strategie, die Zielgruppe, die Ziele und die Botschaften exakt zu definieren und daraus den entsprechenden Kanalmix und die passende Ansprache abzuleiten. Die Kommunikation wird 2020 sicher noch individueller und agiler – wir freuen uns drauf!

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